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Warum tut man so was?

Winter verbinden viele Leute mit Kälte, Dunkelheit und Schnee. Genau die passende Jahreszeit um sich vor den warmen Ofen zu setzen und es etwas ruhiger angehen zu lassen, oder?

Dabei ist der Winter eine der schönsten Jahreszeiten um wandern zu gehen – Schnee, eisige Kälte, knisternde Feuer in einsamen Hütten oder eingepackt in einen warmen Schlafsack im Zelt. Wer es einmal erlebt hat, wird geradezu süchtig danach. Damit der Genuss im Vordergrund steht, soll hier im Laufe der Zeit eine Sammlung mit Tipps und Tricks für die richtige Ausrüstung und alles, was man sonst noch so braucht, entstehen.

Rund um das Zelt

Im Winter zelten hat gegenüber dem Sommer sowohl Vor- als auch Nachteile. So ist es z.B. wesentlich einfacher einen geeigneten Zeltplatzt zu finden, alle kleineren Unebenheiten sind ja vom Schnee bedeckt. Außerdem kann man die Apsiden leicht vergrößern, in dem man Gruben in den Schnee gräbt.

Leider gibt es auch eine ganze Reihe von Nachteilen. Wer z.B. sein Zelt auf einer glatten Schneefläche aufbaut und sich dann hinein legt, wird schnell feststellen, dass ihm eine unangenehme Nacht bevorsteht. Überall gibt der Schnee nach und es bilden sich Kuhlen. Um das zu vermeiden, sollte man den Schnee vor dem Aufbau des Zeltes mit Ski oder Schneeschuhen verdichten und danach dann nicht gleich auf Knien ins Zelt krabblen, sondern sich möglichst behutsam bewegen, damit der Schnee sich gleichmäßig setzen kann. Außerdem sollte man das Zelt möglichst gut zum Boden hin abdichten. Bei Wind reicht schein eine kleiner Lücke von der Größe eines Eurostücks um im Zelt einen Schneesturm zu erzeugen. Besser das Zelt etwas eingraben, als am nächsten Morgen die schneegefüllten Schuhe und Kocher auszugraben!

Um die Reißverschlüsse vor Vereisung zu schützen, kann man sie vor der Tour mit Wachs einreiben. So entsteht eine wasserabweisende Schutzschicht und ich muss nicht gerade dann, wenn es mit am wenigsten passt, mit dem eingefrorenen Eingang kämpfen.

Zum Abspannen des Zelten sollte man übrigens auf die mitgelieferten Heringe verzichten und statt dessen auf die Ski/Schneeschuhe und Schneeheringe zurück greifen. Auch wenn das Wetter abends noch friedlich aussieht, im Winter spannt man sein Zelt immer so gut wie möglich ab. Bei einem echten Schneesturm hat man Nachts dazu kaum noch eine Chance, es kann gut sein, dass das Zelt schon aus einem Meter Entfernung nicht mehr zu sehen ist, da bleibt man lieber drinnen…

Sturm ist ein gutes Stichwort. Viele nutzen Schneemauern um ihr Zelt vor dem Wind zu schützen. Das ist durchaus eine praktische Sache, aber man sollte es nicht übertreiben und die Schneemauer direkt am Zelt bauen. Genau hinter der Mauer ist es nämlich windstill und all der Schnee, den der Wind so mit sich trägt, lagert sich dort ab. Ungünstig wenn genau darunter das Zelt steht… Laßt also mindestens 3-4 Meter Platz zwischen Mauer und Zelt. So werden die stärksten Böen immer noch abgefangen, man wird aber nicht begraben.

Einen Augenblick mal…

Da Schnee Licht sehr gut reflektiert wird es dem menschlichen Auge schnell zu hell, wenn die Sonne sich mal zeigt. Zum Schutz ist auf Wintertour eine gute Sonnenbrille ein Muss. Hier sollte man auf keinen Fall sparen, die Brille sollte stark genug abdunkeln, vor UV-Licht schützen, nicht verzerren und auch noch angenehm zu tragen sind und gut aussehen (zumindest ist das beim Fotos gucken nach der Tour von Vorteil ;) . Hier lohnt der Gang zum Optiker oder ins gute Sportgeschäft.

Eine andere, für das Auge sehr unschöne Sache, ist Schneetreiben. Hier ist eine klassische Skibrille sehr praktisch. Durch das orange Glas werden Kontraste verstärkt und zusammen mit einer Sturmhaube ist das Gesicht fast vollständig geschützt. Die Sonnebrille sollte man aber vorher abnehmen, das Zwiebelprinzip ist nicht überall von Vorteil ;)

Wer die bisherigen Artikel zur Ausrüstung gelesen hat, stellt schnell fest, dass man bei einer Wintertour ganz schön schleppen muss. Die warme Winterjacke ist daher eher ungeeignet, besser sind viele einzelne Schichten, allgemein auch als Zwiebelprinzip bekannt.

Die erste Schicht ist die lange Unterwäsche. Wer viel Geld ausgeben will und kann, sollte über Merinowolle nachdenken. Die ist sehr angenehm zu tragen und hat, gerade im Winter, den Vorteil, dass sie recht wenig zum müffeln neigt. Keine schlechte Sache uf einer Tour, bei der flüssiges Wasser Mangelware ist… Mit günstiger Skiunterwäsche ist man aber auch nicht schlecht bedient, ich war damit viele Male auf Tour.

Die nächste Schicht sollte eine recht windabweisende Hose und ein leicht wärmender Pullover sein. Bei der Hose eignen sich sowohl Mischgewebe, als auch reine Kunstfasermodelle aus dem Bergsportbereich. Für den Pullover bevorzuge ich leicht windabweisende Materialien, die idealerweise eine recht glatte Außenseite haben. So kann man bei warmem, sonnigem Wetter auch mal auf die Jacke verzichten. Powerstretch empfinde ich persönlich als gut geeignet, es gibt aber eine Menge Alternativen.

Bei Wind kommt die nächste Schicht zum Einsatz, eine möglichst stark windabweisende oder winddichte Jacke mit einer vernünftigen Kapuze. Viele benutzen dafür Jacke mit einer wasserdichten Membran. Bei Regen macht sowas durchaus Sinn, im Winter kommt aber eher Schnee vom Himmel und man ist mit einer Jacke ohne Membran deutlich besser bedient, da diese besser die Feuchtigkeit nach außen abgeben kann. Ob man eine klassische Jacke aus sehr eng gewebter Baumwolle oder eine modernere Version aus Kunstfaser bevorzugt, ist Geschmackssache.

Solange man in Bewegung ist, kommt man damit schon ganz gut klar, für Pausen oder ruhigere Phasen, bzw. den Abend im Zelt wird es dann aber doch recht schnell frisch. Hier leistet eine dicke Fleecejacke oder eine leichte kunstfasergefüllte Jacke gute Dienste. Ich bevorzuge letzteres, da sie nicht nur leichter und winddichter ist, sondern durch die glatte Außenseite auch kein Schnee kleben bleibt.

Eine sehr nette Sache ist außerdem noch eine dicke Daunenjacke, die man bei Pausen oder beim abendlichen Sternegucken überziehen kann.

Was jetzt noch fehlt, sind Handschuhe und Mütze. Für den Kopf tut es eine ganz normale Fleecemütze, die aber nicht zu warm sein sollte. Wenn es stürmt kommt als Ergänzung eine Sturmhaube zum Einsatz, die auch gut als Schal verwendet werden kann.

Bei den Handschuhen kommen wieder verschiedene Schichten zum Einsatz. Normalerweise reichen dünne Fleece- oder Wollhandschuhe, von denen es gerne zwei Paar sein dürfen, eins für Tagsüber, eins fürs Kochen etc. im Zelt. Wenn doch mal mehr Wärme nötig ist, zieht man ein paar Fäustlinge drüber, auch hier ist Wolle oder Fleece ok, die ganz dicken Modelle sind eher weniger geeignet. Wenn man im Schnee wühlen muss, sind wasserdichte Überhandschuhe sehr gut, allerdings auch recht teuer.

Jetzt fehlen nur noch die Socken. Da gerade Skilaufen fast schon ein Garant für Blasen ist, sollte man zwei paar Socken übereinander ziehen. Erst ein dünnes, glattes Paar, das faltenfrei sitzen sollte, dann darüber wärmere Socken.

Die Entscheidung wie viel Wechselwäsche notwenidig ist, bleibt jedem selbst überlassen…

Cold cuisine

Viel frische Luft, Anstrengung, Kälte – all das wirkt sich durchaus förderlich auf Hunger und Durst aus. Jeder Supermarkt bietet heute Fertigmalzeiten von Maggie, Knorr & Co in Hülle und Fülle und für jeden Geschmack an. Genau wie Tee braucht es zur Zubereitung allerdings eins: Wasser.

Nun hat Wasser im Winter leider einen Nachteil: Es ist gefroren… jeden Liter Wasser, den man braucht, muss man sich mühsam aus Schnee oder Eis schmelzen. Das kostet Zeit und Brennstoff. Gemeinerweise gibt es noch ein weiteres Problem: Bei Kälte funktionieren einige Kocher nur mit einigen Einschränkungen.

Aber schauen wir uns zuerst ein paar Kocher und ihre Vor- und Nachteile an:

Esbitkocher: Mag im Sommer als Notbehelf gerade noch gehen, im Winter reicht weder die Heizkraft aus, noch will man die giftigen Dämpfe, die bei der Benutzung entstehen, im Zelt haben.

Spirituskocher: Mit dem Trangia-Sturmkocher ist ein Spirituskocher auf dem Markt, der sich einiger Beliebtheit erfreut, da es ein sehr einfaches und durchdachtes System ist. Tatsächlich gibt es für den Kocher auch ein Winterset als Zubehör (Spiritus brennt bei tiefen Temperaturen nur nach Vorheizen). Ich würde im Winter trotzdem zu anderen Systemen raten, da Spiritus einfach einen sehr geringen Brennwert hat. Was im Sommer noch „gemütlich“ genannt werden kann, wird im Winter zu einer kleinen Ewigkeit…

Gaskocher: In den letzten Jahren hat sich bei den Gaskochern einiges getan. Während sie früher aus einer Gaskartusche und einem Kocheraufsatz bestanden, der entweder aufgeschraubt oder gesteckt wurde, sind moderne Gaskocher heute teilweise in der Lage auch flüssiges Gas zu verwerten. Das ist für den Winter sehr wichtig, da durch die Kälte der Druck in der Kartusche abnimmt und aus klassischen Gaskochern im Extremfall nur noch eine Kerzenflamme hervorzuzaubern ist. Bei Kochern mit Flüssiggasspeisung wird das Gas in einer Heizschnecke vorgeheizt und dabei verdampft, so dass so ein Kocher auch bei niedrigen Temperaturen funktioniert. Gaskartuschen sind jedoch recht teuer und bei täglichen Kochzeiten von um die 4-5 Stunden muss man wissen, ob sich das rechnet. Hinzu kommt noch, dass man die Kartuschen im Winter nie ganz leer bekommt, da der Druck irgendwann nicht mehr ausreicht um das Gas heraus zu pressen. Bei den Kartusche sollte man auf einen möglichst hohen Propan-Anteil achten. Das hat zwar einen niedrigeren Brennwert als Butan, brennt aber auch bei -40°C noch.

Benzinkocher: Benzinkocher sind von der Bedienung her am kompliziertesten, haben aber einige Vorteile, die im Winter sehr nützlich sind. Der erste Vorteil liegt im Brennstoff selbst. Benzin hat zusammen mit Petroleum und Gas den höchsten Brennwert und Benzin brennt auch bei sehr tiefen Temperaturen noch ohne Probleme. Ähnlich wie bei Gaskochern wird auch beim Benzinkocher eine Brennstoffflasche unter Druck gesetzt und so das flüssige Benzin über eine Heizschnecke verdampft und dann verbrannt. Während beim Gas der Druck durch das Gas selbst erzeugt wird, wird beim Benzinkocher dafür eine Pumpe verwendet. So kann man den Druck immer konstant halten und die Brennstoffflasche sogar nachfüllen. Je niedriger die Oktanzahl, desto besser ist das Benzin übrigens für den Kocher, also kein Super, sondern Benzin (natürlich bleifrei!). Ich würde aber immer spezielles Kocherbenzin empfehlen, da es frei von Additiven ist und das Kochen um einiges gesünder macht. Natürlich hat Benzin auch seine Nachteile. Da es sehr leciht brennbar ist, geht man immer ein gewisses Risiko ein, wenn man den Kocher im Zelt betreibt. Eine defekte Dichtung etc. und das Zelt steht in Flammen. Auch das Vorheizen sollte geübt werden, da schlagen die Flammen sonst gefährlich hoch…

Wem das zu heikel ist, viele Benzinkocher (bzw. Mulitfuelkocher) lassen sich auch mit Petroleum bereiben. Das ist bei weitem nicht so entzündlich und muss vorgeheizt werden, dafür sind Stichflammen und das angesprochene Inferno weniger wahrscheinlich.

Zum Thema Kochen im Zelt: Offiziell ist das natürlich von keinem Zelt- und Kocherhersteller gestattet und birgt immer eine gewisse Gefahr. Bei Kälte und Sturm ist es aber fast unmöglich draußen zu kochen und auch bei gutem Wetter ist es im Zelt meist deutlich angenehmer. Auf jeden Fall sollte man aber den Abstand zum Zeltdach vergrößern, indem man die Apside ausschaufelt. Erstens sitzt und kocht es sich so einfacher und zweitens ist so das Risiko deutlich kleiner.

Lastenesel

Bei einer Wintertour kommt einiges an Gepäck zusammen und es stellt sich die Frage, wie man dieses am sinnvollsten transportiert. Dabei bieten sich zwei Möglichkeiten an: Der Rucksack oder die Pulka, ein Gepäckschlitten. Da bei Wintertouren normalerweise ziemlich viel Gepäck zusammenkommt, sollte der Rucksack recht groß ausfallen. Nur wer sehr sorgfältig packt und eine entsprechende Ausrüstung hat, kommt mit den klassischen 60-70l Rucksäcken aus, die im Sommer für fast alle Touren genügen. Man muss sich also gut überlegen, ob man einen großen Rucksack kauft, oder doch lieber eine Pulka nimmt. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile.

Bei steilen Anstiegen und im unwegsamen Gelände hat ganz klar der Rucksack die Nase vorn, auch wenn es sehr gewöhnungsbedürftig ist mit viel Gepäck auf dem Rücken Ski zu fahren. Um täglich über viele Kilometer 30 kg und mehr zu schleppen, braucht man allerdings schon recht trainierte Schultern und auch die Beine sollten der ungewohnten Last gewachsen sein.

Pulken kann man entweder vor Ort leihen oder auch hier in Deutschland kaufen. Die bekanntesten Anbieter sind Fjellpulken und Acapulka, beides norwegische Firmen, die komplette Pulken mit Zuggurt und Zuggestänge anbieten. Eine kostengünstige Alternative ist der z.B. bei Globetrotter erhältliche Paris Sled, bei dem aber noch einiges an Handarbeit gefragt ist, bevor er sich für eine Tour eignet. Gerade auf das starre Zuggestänge sollte auf keinen Fall verzichtet werden, wer schon mal bergab von seiner Pulka überholt worden ist, weiß warum…

Durch das große Volumen hat man mit einer Pulka kaum Probleme sein Gepäck zu verstauen und solange es nicht zu steil ist oder sehr viel Neuschnee das Vorankommen behindert, ist es wesentlich angenehmer sein Gepäck zu ziehen, als es zu tragen. In steilem Gelände behindert einen der Schlitten allerdings schon, hier sind dann auf jeden Fall Felle für die Ski gefragt.

Wärme in der Nacht

Ein Dach über dem Kopf, ob jetzt aus Schnee oder Nylon, schützt einen zwar vor Schnee und Sturm, nicht aber vor der Kälte. Dafür braucht man einen guten Schlafsack und eine vernünftige Isomatte.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl verschiedener Isomatten auf dem Markt. Neben den recht unkomfortablen aber günstigen und warmen Schaumstoffmatten sind vor allem die „selbstaufblasenden“ und die mit Daune oder Kunstfaser gefüllten Luftmatratzen für den Winter interessant. Die hochwertigsten klassischen Schaumstoffmatten sind aus Evazote, einem geschlossenzelligen Schaum, der kein Wasser aufnimmt, gut isoliert und sich ab 19 mm für den Wintereinsatz geeignet. Da diese Matten fast unzerstörbar sind und sich schnell und ohne Aufwand nutzen lassen, bieten sie die meiste Sicherheit und sind bei Pausen als Sitzunterlage schnell zur Hand. Dafür muss man allerdings den Nachteil in Kauf nehmen, dass der Liegekomfort doch sehr stark eingeschränkt ist.

Jede Luftmatratze hat dagegen den Nachteil, dass sie recht empfindlich ist. Gerade im Winter, wo durch die kalten Temperaturen eine Reparatur schwierig und der Schaden besonders groß ist, halte ich es für kritisch sich nur auf eine solche Matte zu verlassen. Die Daunen- und Kunstfaser gefüllten Luftmatratzen halte ich daher nur für bedingt geeignet, auch wenn sie im heilen Zustand hervorragend isolieren. Die selbstaufblasenden Isomatten können dagegen sehr gut in Kombination mit einer dünneren Evazotematte benutzt werden. Beide Matten zusammen bieten nicht nur einen guten Liegekomfort, man hat durch die Evazotematte zusätzlich noch eine Sicherheitsreserve und eine Sitzunterlage für die Pause zwischendurch.

Beim Thema Schlafsack scheiden sich die Geister. Sehr warm muss er sein, soviel steht fest.

Da auch ein Schlafsack nur die Wärme speichert, die vom Körper abgegeben wird, kommt es auf das Isolationsmaterial an. Dieses besteht entweder aus Daune oder Kunstfaser, wobei beide Materialien ihre Vor- und Nachteile haben.

Der Vorteil von Daune ist ganz klar seine hervorragende Isolationseigenschaft, die bisher noch von keiner Kunstfaser erreicht wird, außerdem sind sie sehr klein verpackbar. Gute Daunen (ab 650 cuin) sind jedoch recht teuer und haben einen entscheidenden Nachteil: Bei zuviel Feuchtigkeit lässt ihre Isolationseigenschaft stark nach. Gerade bei sehr tiefen Temperaturen, bei denen immer ein Teil der vom Körper abgegebenen Feuchtigkeit in der Füllung gefriert, ist dieses Problem besonders stark ausgeprägt. Unter solchen Umständen muss vermieden werden, dass die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit in die Füllung des Schlafsacks gelangt. Zu diesem Zweck wird der VBL (Vapour Barrier Liner) benutzt, was eigentlich nichts anderes ist, als ein wasserdichtes Schlafsackinlet. Da der Wasserdampf nicht durch den Stoff in den Schlafsack gelangen kann, herrscht in einem VBL ein recht feuchtes Klima, bei dem nicht jeder gut schlafen kann.

Für solche Leute ist Kunstfaser eine Lösung. Diese Füllung ist wesentlich unempfindlicher gegen Nässe und billiger als Daune. Dafür muss man ein höheres Gewicht und eine geringere Lebensdauer in Kauf nehmen. Auch beim Packen ist Kunstfaser der Daune unterlegen, ein Kunstfaserschlafsack für den Winter sprengt die Dimensionen der meisten Schlafsackfächer der Rucksäcke.

Eine Lösung, mit der ich sehr zufrieden bin, ist eine Kombination aus beiden Füllmaterialien. Da ich im Rest des Jahres einen hochwertigen Daunenschlafsack verwende, liegt es nahe, diesen auch im Winter weiter zu nutzen. Alleine wird das natürlich recht frisch, aber mit einem entsprechenden Kunstfaser-Überschlafsack (z.B. von Carinthia), kombiniert einige der Vorteile der beiden Materialien. Während im Inneren der Daunenschlafsack für einen guten Schlafkomfort und eine leichtgewichtige Isolation sorgt, verhindert der außen liegende Kunstfaserschlafsack, dass die verdunstende Feuchtigkeit schon in der Daunenfüllung gefriert. Da diese Außenhülle auch gegen tropfendes Kondenswasser recht unempfindlich ist, kann ein stark „atmender“ Stoff verwendet werden. Das Packmaß dieser Kombination ist allerdings auch recht groß und dadurch, dass 2x eine Schlafsackhülle benötigt wird, ist das Gewicht auch höher als bei einem reinen Daunenschlafsack.

Für Leute, die die Kosten nicht scheuen und die gut im VBL schlafen können, ist sicherlich der Daunenschlafsack die optimale Lösung. Für alle, die bereits einen recht warmen Daunenschlafsack besitzen, ist die Kombination eine kostengünstige und funktionelle Lösung. Der Kunstfaserschlafsack ist bei bestimmten Witterungsbedingungen und sehr langen Touren unersetzlich, so werden diese Schlafsäcke z.B. bei Arktis-Expeditionen eingesetzt, bei denen über lange Zeit eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erwarten ist.

Fortbewegung

In Gegenden, in denen viel Schnee liegt, ist es zu Fuß fast unmöglich sich fort zu bewegen. Aus diesem Grund sind in diesen Regionen schon früh Hilfsmittel entwickelt worden, um das Fortkommen im Winter zu erleichtern. Neben verschiedenen Skiarten sind es vor allem die Schneeschuhe, die in Deutschland recht verbreitet sind.

Ski

Mit den klassischen Abfahrtski kann man auf einer Wintertour recht wenig anfangen, da diese Modelle wirklich nur zum Abfahren geeignet sind. Wer sich im Winter mit Ski auch in der Ebene oder bergauf bewegen will, braucht Langlaufski oder alpine Tourenski.

Alpine Tourenski sind im Prinzip ähnlich wie die bekannten Abfahrtski aufgebaut, nur dass man bei diesen Modellen die Bindung hinten lösen und damit dann laufen kann. Da die Ski keinerlei Steigzone haben, sind zur Fortbewegung Felle zwingend nötig. Die Kombination aus breiten Ski, einer robusten Bindung und den harten Stiefeln ist recht schwer und die Felle setzen die Gleiteigenschaften der Ski zusätzlich herab. Daher sollte man diese Art von Ski nur wählen, wenn das Gelände sehr steil ist und entsprechende Abfahrten notwendig sind.

Bei den Langlaufski gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Typen: Skating-Ski und klassische Langlaufski. Skatingski lassen sich nur auf planierten Loipen sinnvoll einsetzen und sind so für das Winterwandern abseits der Zivilisation uninteressant. Klassische Langlaufski sind dagegen für solche Unternehmungen hervorragend geeignet. Im Gegensatz zu den alpinen Tourenski haben sie eine Steigzone, die es erlaubt auch ohne Felle in der Ebene und bis zu einem gewissen Grad bergauf zu laufen. Damit diese Steigzone bei Abfahrten und beim Gleiten den Ski nicht abbremst, sind die Ski vorgespannt, also leicht gebogen. Nur wenn das volle Körpergewicht auf einem Ski liegt, taucht die unter der Bindung liegende Steigzone in den Schnee ein. Je schwerer der Fahrer ist, desto mehr Vorspannung muss der Ski daher haben. Aus diesem Grund müssen Langlaufski nach Körpergewicht gekauft werden. Die Schwierigkeit dabei ist, dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob man mit schwerem Rucksack unterwegs ist, oder ohne Gepäck auf den Ski steht. Wählt man die Ski nach dem Gewicht inkl. Rucksackgewicht kann man die Ski ohne Rucksack im Prinzip nicht mehr wirklich nutzen. Da es im tiefen Schnee teilweise sogar sinnvoll ist, wenn der Ski sich nach unten etwas mehr durchbiegt und den Schnee dort besser verdichtet, sollten die Ski daher eher nach dem normalen Körpergewicht ausgewählt werden.

Bei der Steigzone gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten: Schuppen und Wachs. Während Schuppen fest in den Ski integriert sind, muss Wachs händisch auf die ansonsten glatte Skiunterseite aufgetragen werden. Dabei ist je nach Schneebeschaffenheit und Temperatur ein anderer Wachs notwendig. Beide Arten haben ihre Vor- und Nachteile. Der Schuppenski ist sehr unkompliziert und erfordert keinerlei Vorkenntnisse. Wachsski sind dagegen schneller und gerade bei vereisten Oberflächen den Schuppenski deutlich überlegen. Zum optimalen Wachsen sind jedoch einige Grundkenntnisse notwendig und der Wachs muss aufgewärmt werden um ihn auftragen zu können.

Wer sich mit Ski abseits der Loipe fortbewegen will, sollte kein zu schmales Modell wählen, da man sonst zu tief einsinkt. Da bei den meisten Touren auch Abfahrten zu bewältigen sind, ist es außerdem sinnvoll Modelle mit Stahlkanten zu nehmen. Auf dem deutschen Markt recht verbreitet und gut geeignet ist z.B. der Fischer E99. Die Bindung sollte recht stabil sein um den hohen Belastungen gewachsen zu sein und auch bei Abfahrten einen guten Halt zu bieten. In Skandinavien sehr verbreitet sind dabei die NNN (New Nordic Norm) und das NN (Nordic Norm 75mm) Modelle. Auch Salomon bietet mit der SNS BC ein geeignetes System an. Zusammen mit den passenden Schuhen ist man so für die große Tour gut gerüstet.

Schneeschuhe

Auch bei den Schneeschuhen gibt es inzwischen viele verschiedene Modelle, die auf verschiedene Einsatzbereiche optimiert sind. Die klassischen Modelle aus Holz sind dabei weitgehend abgelöst und eher den Nostalgikern vorbehalten. Heute dominiert Aluminium und Kunststoff bei den modernen Modellen. Grundsätzlich muss dabei zwischen alpinen Modellen (teilweise auch mit Kipphebelbindung) und den Modellen, die eher zum Wandern in der Ebene gedacht sind, unterschieden werden. Erstere sind meist aus Kunststoff und mit allerlei Steighilfen und Harscheisen ausgestattet, letztere bestehen meist aus einem Alurahmen der mit stabilem Stoff bespannt ist und mit seiner großen Fläche sehr viel Auftrieb bietet. Sehr beliebt sind die Schneeschuhe von MSR, die nicht nur für alpine Einsatze hervorragend geeignet sind, sondern durch entsprechende Verlängerungen auch im Tiefschnee eine gute Figur machen.

Ob Schneeschuhe generell sinnvoll sind, ist eine grundsätzliche Frage. Gerade in Skandinavien ist jeder, der Schneeschuhe benutzt, schon von weitem als Deutscher zu identifizieren. Im Gegensatz zu Ski sind Schneeschuhe sehr langsam, erfordern aber eigentlich keinerlei Vorkenntnisse. In sehr gebirgigen Regionen mag es für ungeübte Skifahrer Sinn machen Schneeschuhe zu benutzen und sich damit die Abfahrten zu ersparen, in den meisten Teilen Skandinaviens kommt man dagegen auch mit sehr geringen Skikenntnissen sehr weit.

Die Unterkunft

Da die Meisten von uns nicht das Glück haben, dass der Winter regelmäßig zu ihnen kommt, müssen wir wohl oder übel zum Winter. Das heißt aber auch, dass man vor Ort eine Unterkunft braucht. Gerade in den Alpen und in den skandinavischen Ländern gibt es je nach Region eine ganze Reihe von Hütten, in denen es sich sehr komfortabel übernachten läßt. Wer den Winter „richtig“ erleben will, sollte jedoch darüber nachdenken, die Nacht draußen zu verbringen.

Leider ist es im Winter nicht nur oftmals sehr kalt, es stürmt auch recht häufig. Um dem Wind zu entgehen, braucht man daher eine stabile Unterkunft. Neben Igloos und Schneehöhlen, deren Bau oft viel Zeit und Übung erfordert (aber viel Spass macht), ist ein gutes Zelt die beste Wahl. Die teils extremen klimatischen Verhältnisse und die langen Nächte stellen dabei besondere Anforderungen an die mobile Hütte aus Stoff:

Ein Winterzelt muss folgedene Anforderungen erfüllen:

Sturmstabilität: Die meisten hochwertigeren Zelte der bekannten Hersteller sind heutzutage recht windstabil, man sollte auf Abspannpunkte achten, die sich direkt mit dem Gestänge verbinden lassen. Das Abspannen von Zelten ist im Winter recht einfach, da der Schnee quasi überall das Setzen von Heringen erlaubt.

Komfort: Viel Ausrüstung, Kochen und lange Aufenthalte im Zelt… Im Winter freut man sich, wenn man etwas mehr Platz im Zelt hat. Die klassischen 3 Personenzelte sind dann genau richtig für 2 Personen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Zelt entweder eine große oder 2 kleinere Apsiden hat, damit trotz Gepäck der Kocher noch vernünftig betrieben werden kann.

Neben diesen beiden Hauptanforderungen gibt es noch eine ganze Reihe von Details, auf die man achten sollte. Schneestürme drücken den feinen Schnee durch jede noch so kleine Öffnung, deshalb ist es wichtig, dass das Außenzelt bis auf den Boden reicht und gut abgedichtet werden kann, noch besser sind Snowflaps.

Auch die Lüfter des Zeltes sind hier potentielle Schwachpunkte. Auf der einen Seite sollten davon recht viele und große vorhanden sein, um das Zelt gut belüften zu können, auf der anderen Seite ist es zwingend notwendig, dass die sich komplett verschließen lassen. Moskitonetz als Abdeckung ist hier nicht ausreichend, es muss schon dicht gewebter Stoff sein, um den feinen Schneestaub zuverlässig aus dem Zelt fern zu halten.

Ein Zelt lässt sich bei Sturm wesentlich leichter auf- und abbauen, wenn Innen- und Außenzelt kombiniert sind. Zusätzlich zu Wind, der von der Seite angreift, muss das Zelt auch Schneelasten aushalten ohne gleich zusammengedrückt zu werden. Hier sind steile Wandflächen und sich mehrfach überkreuzende Gestängebögen von Vorteil, wenn man ab und an von innen den Schnee abklopft, sind aber auch Tunnelzelte sehr gut geeignet, diese haben sogar den Vorteil, dass sie sich durch die einfache Konstruktion sehr schnell und leicht aufbauen lassen.

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