Ein Dach über dem Kopf, ob jetzt aus Schnee oder Nylon, schützt einen zwar vor Schnee und Sturm, nicht aber vor der Kälte. Dafür braucht man einen guten Schlafsack und eine vernünftige Isomatte.
Inzwischen gibt es eine Vielzahl verschiedener Isomatten auf dem Markt. Neben den recht unkomfortablen aber günstigen und warmen Schaumstoffmatten sind vor allem die „selbstaufblasenden“ und die mit Daune oder Kunstfaser gefüllten Luftmatratzen für den Winter interessant. Die hochwertigsten klassischen Schaumstoffmatten sind aus Evazote, einem geschlossenzelligen Schaum, der kein Wasser aufnimmt, gut isoliert und sich ab 19 mm für den Wintereinsatz geeignet. Da diese Matten fast unzerstörbar sind und sich schnell und ohne Aufwand nutzen lassen, bieten sie die meiste Sicherheit und sind bei Pausen als Sitzunterlage schnell zur Hand. Dafür muss man allerdings den Nachteil in Kauf nehmen, dass der Liegekomfort doch sehr stark eingeschränkt ist.
Jede Luftmatratze hat dagegen den Nachteil, dass sie recht empfindlich ist. Gerade im Winter, wo durch die kalten Temperaturen eine Reparatur schwierig und der Schaden besonders groß ist, halte ich es für kritisch sich nur auf eine solche Matte zu verlassen. Die Daunen- und Kunstfaser gefüllten Luftmatratzen halte ich daher nur für bedingt geeignet, auch wenn sie im heilen Zustand hervorragend isolieren. Die selbstaufblasenden Isomatten können dagegen sehr gut in Kombination mit einer dünneren Evazotematte benutzt werden. Beide Matten zusammen bieten nicht nur einen guten Liegekomfort, man hat durch die Evazotematte zusätzlich noch eine Sicherheitsreserve und eine Sitzunterlage für die Pause zwischendurch.
Beim Thema Schlafsack scheiden sich die Geister. Sehr warm muss er sein, soviel steht fest.
Da auch ein Schlafsack nur die Wärme speichert, die vom Körper abgegeben wird, kommt es auf das Isolationsmaterial an. Dieses besteht entweder aus Daune oder Kunstfaser, wobei beide Materialien ihre Vor- und Nachteile haben.
Der Vorteil von Daune ist ganz klar seine hervorragende Isolationseigenschaft, die bisher noch von keiner Kunstfaser erreicht wird, außerdem sind sie sehr klein verpackbar. Gute Daunen (ab 650 cuin) sind jedoch recht teuer und haben einen entscheidenden Nachteil: Bei zuviel Feuchtigkeit lässt ihre Isolationseigenschaft stark nach. Gerade bei sehr tiefen Temperaturen, bei denen immer ein Teil der vom Körper abgegebenen Feuchtigkeit in der Füllung gefriert, ist dieses Problem besonders stark ausgeprägt. Unter solchen Umständen muss vermieden werden, dass die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit in die Füllung des Schlafsacks gelangt. Zu diesem Zweck wird der VBL (Vapour Barrier Liner) benutzt, was eigentlich nichts anderes ist, als ein wasserdichtes Schlafsackinlet. Da der Wasserdampf nicht durch den Stoff in den Schlafsack gelangen kann, herrscht in einem VBL ein recht feuchtes Klima, bei dem nicht jeder gut schlafen kann.
Für solche Leute ist Kunstfaser eine Lösung. Diese Füllung ist wesentlich unempfindlicher gegen Nässe und billiger als Daune. Dafür muss man ein höheres Gewicht und eine geringere Lebensdauer in Kauf nehmen. Auch beim Packen ist Kunstfaser der Daune unterlegen, ein Kunstfaserschlafsack für den Winter sprengt die Dimensionen der meisten Schlafsackfächer der Rucksäcke.
Eine Lösung, mit der ich sehr zufrieden bin, ist eine Kombination aus beiden Füllmaterialien. Da ich im Rest des Jahres einen hochwertigen Daunenschlafsack verwende, liegt es nahe, diesen auch im Winter weiter zu nutzen. Alleine wird das natürlich recht frisch, aber mit einem entsprechenden Kunstfaser-Überschlafsack (z.B. von Carinthia), kombiniert einige der Vorteile der beiden Materialien. Während im Inneren der Daunenschlafsack für einen guten Schlafkomfort und eine leichtgewichtige Isolation sorgt, verhindert der außen liegende Kunstfaserschlafsack, dass die verdunstende Feuchtigkeit schon in der Daunenfüllung gefriert. Da diese Außenhülle auch gegen tropfendes Kondenswasser recht unempfindlich ist, kann ein stark „atmender“ Stoff verwendet werden. Das Packmaß dieser Kombination ist allerdings auch recht groß und dadurch, dass 2x eine Schlafsackhülle benötigt wird, ist das Gewicht auch höher als bei einem reinen Daunenschlafsack.
Für Leute, die die Kosten nicht scheuen und die gut im VBL schlafen können, ist sicherlich der Daunenschlafsack die optimale Lösung. Für alle, die bereits einen recht warmen Daunenschlafsack besitzen, ist die Kombination eine kostengünstige und funktionelle Lösung. Der Kunstfaserschlafsack ist bei bestimmten Witterungsbedingungen und sehr langen Touren unersetzlich, so werden diese Schlafsäcke z.B. bei Arktis-Expeditionen eingesetzt, bei denen über lange Zeit eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erwarten ist.